Die Grünen in Ditzingen

Brücke für Fußgänger über die Bahn – Projekt geht in die nächste Runde

In dieser Sitzungsrunde wird das Paket festgezurrt – wie kann die Brücke endgültig aussehen? Sicher ist: Sie wird für Fußgänger und rücksichtsvolle Radfahrer eine schnelle Verbindung vom Zentralen Omnibusbahnhof zu den S-Bahn-Gleisen und zum Industriegebiet (Dornierstraße) eröffnen. Die ursprünglich geplante Rampe von der Brücke zum Bahnsteig ist aus Sicherheitsgründen nicht realisierbar. Stattdessen sollen einzelne Stufen mit Keilen die Schräge etwas entschärfen. In den Treppenaufgang auf der Stadtseite können Fahrräder abgestellt werden.

Die neue Fußgängerbrücke soll sich vom Parkdeck nach Süden zur Dornierstraße spannen

Die Planung der neuen Brücke ist Teil des Sanierungsgebiets „Ditzinger Bahnhof“, für das die Stadt jetzt einen Zuschuss von 1,2 Millionen Euro erhält. Das Land Baden-Württemberg hat diese Fördersumme soeben freigegeben – das freut unseren Landtagsabgeordneten Dr. Markus Rösler: „Vor dem Hintergrund des demografischen, sozialen und ökologischen Wandels werden integrierte Stadtentwicklungskonzepte immer wichtiger.“

Doris Renninger, 04. 04. 2017

Entwicklungsgebiet

Hell, aber kahl: Der Bahnhofsvorplatz ist freigeräumt für die nächste Phase der Sanierung. Viel Gehölz und mehrere große Bäume sind dem Bauvorhaben plangemäß zum Opfer gefallen, darunter die markante Pappel bei der Kreuzung Stuttgarter und Gerlinger Straße. Drei weitere Bäume warten noch darauf, verpflanzt zu werden. Das Ergebnis der Rodung ist aufschlussreich, ja ein wenig erschreckend. So viel Natur, die vorher selbstverständlich gewesen ist, fehlt hier plötzlich. Wie wertvoll sie war, macht uns gerade der Unterschied bewusst. Geht diese Modernisierung in eine positive Richtung? Unterm Strich: Trotz allem, ja. Der neue Bahnhof wird als Verkehrsknoten nach allen Richtungen besser angebunden. Wir schaffen insgesamt günstigere Bedingungen, nicht zuletzt für Radfahrer und Fußgänger. Wir gewinnen Geschäftsflächen.

Bahnhof Ditzingen: Heute trostlos – und morgen? Viel Platz für neues Grün! (Foto: U. Steller)

Daher trägt die Fraktion der Grünen die Entwicklung des Bahnhofsareals mit, obwohl wir uns einige Elemente anders gewünscht hätten. Jetzt kommt alles darauf an, dass hier in der Mitte ein lebendiger, einladender Stadtplatz entsteht. Er braucht viel neues Grün, als – mindestens! – Ersatz für das Verlorene. Die Entwurfsplanung ist immerhin schon auf einem guten Weg. Wir Grüne werden uns dafür einsetzen, dass alles ausgeschöpft wird, um den städtischen Raum naturnah und lebenswert zu gestalten. Nur dann hat sich das Modernisieren gelohnt.

Ulrich Steller, 24. 02. 2017

Bahn frei für die Kugeln

Jetzt neu in der Kernstadt: Boulespielen, Hinter dem Schloss. Foto: Ulrich Steller

Bahn frei für die Kugeln

Ein gelungener Wurf, eine neue Attraktion: Beim Musikerheim entsteht die erste Boulebahn der Kernstadt. Wir Grünen freuen uns sehr, dass die Stadt unsere Anregung aufgegriffen und der Gemeinderat die Mittel bewilligt hat. Ein besonderer Dank geht an Herrn Martin Walter vom Grünordnungsamt, der mit viel Elan die Realisierung vorangetrieben hat.


Jetzt geht es los:
Wir freuen uns auf das gemeinsame Absanden

am Samstag, 11. Juni 2016 um 14:00 Uhr
beim Musikerheim


Das Gelände ist bis dahin vorbereitet und eingefasst. Der Bauhof liefert Sand und Schaufeln. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind herzlich willkommen, symbolisch die Bahn zu ebnen. Für Erfrischungen sorgt die Stadt. Als grüner Ortsverband stellen wir ein Set Kugeln bereit, das man künftig im Musikerheim nebenan kostenlos ausleihen kann. Viel Spaß beim Spielen!

Ulrich Steller (02. 06. 2016)

Haushaltsrede 2017 – Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen Ditzingen

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Makurath,

liebe Kolleginnen und Kollegen im Gemeinderat,

liebes Team der Verwaltung,

liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

 

vor einem Jahr haben wir uns gefreut, den Haushaltsentwurf für 2016 wider Erwarten ohne Schulden vor uns zu sehen. Nun haben wir die „rote Zone“ der Verschuldung erneut um zwölf Monate hinausschieben können. Ab 2017 jedoch werden wir Kredite aufnehmen müssen, die uns lange Zeit binden. Da mag man an die biblische Frage denken: Kommen denn jetzt sieben magere Jahre, weil wir keine ausreichenden Getreidevorräte angelegt haben? Nein – die Wirklichkeit ist etwas komplizierter. Und die vergangenen Jahre sind im Übrigen keine rundum fetten Jahre gewesen. Doch ich möchte heute nicht den Rückblick vertiefen, sondern nach vorne schauen. Drei große Faktoren sind es, die zu einer beträchtlichen Nettokreditaufnahme führen: Steigende Kosten, bewusstes Engagement, große Pläne. Ich möchte dennoch behaupten, dass wir mit der Finanz- und Investitionsplanung eine Brücke in die Zukunft schlagen.

 

Faktor eins, die Kosten steigen. Wachsende Personal- und Sachausgaben schwächen die aus dem Verwaltungshaushalt erwartbaren Erträge. Die dadurch verminderten Zuführungsraten reichen selbst zusammen mit höheren Steuereinnahmen unterm Strich nicht mehr aus, um alles Übrige aufzuwiegen und unseren Haushalt ausgeglichen zu halten. Hinzu kommen unangenehme Überraschungen, wenn etwa ein Planungsbüro die Stromversorgung der Klassenzimmermodule vergisst, so geschehen in Hirschlanden. Kosten steigen auch dort, wo wir künftigen Überraschungen vorbeugen müssen, namentlich beim Hochwasserschutz. Wenn dabei Ökologie und Rückhaltevolumen zusammenkommen, freut uns das besonders. Mit einem naturnahen Glemsarm im Brühl, mit einem renaturierten Lachengraben wird das möglich sein – und zugleich diese Orte erlebbar machen und aufwerten.

 

Faktor zwei, wir bekennen uns als Stadtgemeinschaft auch zu freiwilligen Verpflichtungen, namentlich sozialen Leistungen, die Ditzingen zu einer fairen, engagierten, zu einer familien- und kinderfreundlichen Stadt machen. Hinter diesem Ziel stehen wir als grüne Fraktion ausdrücklich, es ist darüber hinaus weitgehend Konsens, obwohl wir in diesem Gremium über einzelne Posten auch intensiv diskutieren. Beispielsweise bei der Kinderbetreuung, und das Thema wird uns bis auf Weiteres erhalten bleiben. Von welcher Dimension sprechen wir hier? Die Kinderbetreuung schlägt bei den städtischen Personalkosten mit fast einem Drittel zu Buche, in Zahlen: 5,9 Millionen Euro. Für 2017 ist eine Unterdeckung der Kindertagesstätten in Höhe von 7,6 Millionen absehbar. Dieser Betrag, über vier Jahre fortgeschrieben, summiert sich auf mehr als das in der Finanz- und Investitionsplanung bis 2020 projektierte Gesamtvolumen unserer Kreditaufnahme. Um es klar zu sagen: Wir von Bündnis 90 / Die Grünen begrüßen ausdrücklich dieses traditionell große Engagement unserer Stadt. Man muss aber herausstreichen, dass unsere Beitragssätze für Kinderbetreuung seit Langem deutlich unter dem Landesrichtwert liegen. Das ist nicht selbstverständlich, darauf können wir durchaus stolz sein. Wir werden die Sätze weiterhin niedrig halten, obwohl sich moderate Anpassungen auf Dauer kaum vermeiden lassen. Ein weiterer sozialer Bereich, wo die Stadt viel für Familie und Jugend tut, ist die Schulsozialarbeit. Die Zuschüsse vom Land bleiben überschaubar, aber die Stadt engagiert sich. Der Wohnungsmarkt? Unser neuer Eigenbetrieb Städtische Wohnungswirtschaft Ditzingen ist auf gutem Weg. Gegründet wurde er mit Blick auf die Flüchtlingsunterkünfte; wir sehen ihn aber auch ganz stark als Investition in den sozialen Wohnbau für die Zukunft. Die Bemühungen um die Flüchtlinge setzen übrigens stark auf Anstrengungen, die bei uns fast gar nicht im Haushalt vorkommen: Auf das große persönliche Engagement so vieler Bürger – sie alle setzen damit ein Zeichen und machen Integration hier in Ditzingen überhaupt erst möglich. All diesen Bürgern gilt unser großer Dank! Das Rathaus unterstützt sie, und wir begrüßen die Stellenaufstockung bei der sehr aktiven Anlaufstelle fürs Bürgerschaftliche Engagement.

 

Faktor drei für die Gesamtentwicklung, auch die kommende Verschuldung, ist der nach außen am deutlichsten sichtbare: Die Stadt Ditzingen hat sich eine Menge vorgenommen. Modernisierung heißt das Stichwort, Anschluss an die Zukunft, Infrastruktur. Aktuell hat sich das Bahnhofscenter belebt, der neue Busbahnhof ist soeben eröffnet worden, die ausgebaute Dornierstraße steht bereit. Wir beurteilen diese Stadtentwicklung grundsätzlich positiv, ich möchte aber zwei Einschränkungen machen. Zum einen, Modernisierung darf kein Selbstzweck werden. Projekte wie der Neubau in der Privatstraße bringen teils bedenkliche, ja negative Begleiterscheinungen mit sich – mehr Verkehr, eine problematische Tiefgaragenausfahrt; sie beeinträchtigen die Nachbarschaft empfindlich, sie werden auch Auswirkungen auf den Ditzinger Wohnungsmarkt und unseren Mietspiegel haben. Ebenso werden wir darauf achten müssen, dass nicht ein neues starkes Bahnhofsviertel sich geschäftsschädigend auf Marktstraße und Stadtkern auswirkt. Wir sollten also aufpassen, dass wir uns nicht überschlagen: Modernisierung ja, aber sie muss zum Lebenswert beitragen.

 

Zur zweiten Einschränkung hinsichtlich der Modernisierung: Zeitgleiche Projekte wie der Bahnhof, das Gewerbegebiet Süd mit der Siemensstraße, die Entwicklung mehrerer Baugebiete in sämtlichen Stadtteilen, die große Schulsanierung in Hirschlanden, nicht zuletzt die Planung der Südumfahrung von Heimerdingen erreichen eine Größenordnung, die selbst eine Große Kreisstadt an ihre Grenzen bringt. Unsere Bauverwaltung schafft das gerade eben Machbare, und ich möchte bei dieser Gelegenheit dem ganzen Amt 30 für seinen Einsatz danken!

 

Noch ein Wort zu unserem aktuell meistdiskutierten Infrastrukturprojekt, der Heimerdinger Südumfahrung. Es ist ein breiter demokratischer Prozess im Gang, den wir als solchen begrüßen. Die Verwaltung hat die Bauleitplanung in die Hand genommen, um die Dinge voranzutreiben. Planungskosten von 350.000 Euro seit 2015 belegen, wie stark sich die Stadt engagiert. Trotz inhaltlicher Vorbehalte innerhalb der Fraktion stehen wir Grünen dazu, dieses mehrheitlich beschlossene Projekt konstruktiv zu begleiten. Wir tun das als überzeugte Demokraten, ebenso wie unser Landtagsabgeordneter Dr. Markus Rösler, der sich vorbildlich auf Landesebene engagiert hat. Aber ein Projekt wie die Südumfahrung ist komplex und braucht Zeit – selbst wenn die Stadt mit Hochdruck daran arbeitet. Wir sind für eine ehrliche, umsetzbare Politik. Dazu gehört auch, anzuerkennen, wie viel bereits geschehen ist.

 

In puncto Verkehr und Heimerdingen sehen wir außerdem nach wie vor ein enormes Potential in der Strohgäubahn. Die Zuschüsse in Höhe von fast 170.000 Euro sind gut angelegt. Besonders positiv werten wir die Perspektive einer Anbindung der Strohgäubahn an Feuerbach und Stuttgart. Das wäre ein echter Brückenschlag in Sachen Verkehr. Ein weiterer Brückenschlag gelingt beim Lückenschluss in der Radwegeverbindung unterhalb Schöckingen. Radfahrer können sich freuen: Bald werden wir endlich die Landesstraße 1177 am Döbach sicher queren können, dafür stehen jetzt auf unseren Antrag 70.000 Euro bereit. Bei einem anderen spannenden Verkehrsprojekt – bei der Stromtankstelle – kam uns die CDU zuvor. Deren Antrag unterstützen wir jedoch in vollem Umfang und haben ihn noch erweitert: Die Stadt prüft jetzt, ob wir zusätzlich Landesfördermittel bekommen. Eine buchstäbliche Brücke in die Zukunft schlagen wir bald vom Bahnhofscenter aus zu den Bahnsteigen und zum südlichen Teil von Ditzingen. Diese Brücke ist für 2019 mit 1,2 Millionen veranschlagt und wird die bestehenden Querungen der Gleise endlich um eine bedeutende Achse ergänzen. Überhaupt möglich wird die Konstruktion erst durch einen neuartigen Verbundstoff: Textilbeton. Der hat soeben den Deutschen Zukunftspreis gewonnen – wir liegen also voll im Trend.

 

Um es zusammenzufassen: Wir werden bis 2020 mit insgesamt 20,15 Millionen Euro ins Minus gehen, das entspricht immerhin rund einem Fünftel unseres Haushaltsvolumens. Aber es gibt handfeste Gründe für diesen Weg. Die Fraktion der Grünen trägt die Weichenstellung mit. Wir freuen uns, dass wir die 2015 einmütig beschlossene Schuldenobergrenze von 35 Millionen deutlich unterschreiten. Dennoch wollen wir auch künftig ausloten, wie sich sinnvoll Mittel einsparen lassen. Die besten Brücken in Richtung Zukunft schlagen wir dort, wo wir etwas einsparen können, nicht obwohl, sondern indem wir innovativ sind. So untersucht die Verwaltung aktuell auf einen Antrag der Grünen hin, wie wir im Gemeinderat und in den Ortschaftsräten den Aufwand für Sitzungsdrucksachen senken können. Ziel ist es, auf digitale Vorlagen und damit auf eine zeitgemäße Arbeitsweise umzustellen. So setzen wir außerdem ein Zeichen für die ganze Stadt. Lassen Sie uns in genau diesem Sinn alle an einem Strang ziehen!

 

Meine Damen und Herren, die Fraktion von Bündnis 90 / Die Grünen hat dem Haushaltsentwurf 2017 mit den beratenen Änderungen zugestimmt. Ich danke der Verwaltung für die Vorbereitung – und allen im Saal für Ihre Aufmerksamkeit!

 

Für die Fraktion von

Bündnis 90 / Die Grünen

Ulrich Steller, 13. 12. 2016

 

 

 

 

Weiterentwicklung der Realschule

Guter Unterricht braucht gute Räume

Die Schullandschaft ändert sich schneller als die Beschlussgremien mithalten können. Die Gemeinschaftsschule an der Theodor-Heuglin-Schule ist im Aufbau und wird in die aktive „Bauphase“ übergehen. Die Realschule in der Glemsaue bietet mit der neuen Versetzungsordnung und den neuen Bildungsplänen die Möglichkeit, die Schule mit dem Hauptschul- oder dem Realschulabschluss zu beenden. Diese Entscheidung kann schon in den unteren Klassen getroffen werden, da die Schüler in verschiedenen Niveaustufen unterrichtet werden.
Attraktiv war die Realschule in der Glemsaue schon immer- das Thema „Wanderklassen“ ist kein neues. Immer überstieg die Anzahl der Klassen die Anzahl der Klassenzimmerräume. Bietet sie neben dem Kunst- und Theaterprofil seit einigen Jahren noch die Bläserklasse als zusätzliche musikalische Grundbildung an. Eine Besonderheit im Schulzentrum ist die unterschiedliche Größe der Klassenräume. Bei Klassengrößen von 30 Schülern sind manche Räume zu klein, dies muss bei der Stundenplaneinteilung berücksichtigt werden. Die Schule entwickelt sich ständig weiter und es bedarf zusätzlicher Angebote für den Ganztagesbedarf. Die Planung eines Versammlungsraumes (Kubus)  zwischen Sporthalle und Schulzentrum für das gesamte Schulzentrum wurde vor einigen Jahren  wegen zu hoher Kosten verworfen. Der Bedarf ist aber noch immer vorhanden. Zum neuen Schuljahr 2016/2017 gab es einen deutlichen Anstieg der Anmeldezahlen in Klasse 5. Dies nahm die Fraktion Bündnis90/Die Grünen zum Anlass, sich die aktuelle Situation in der Realschule anzusehen. Rektorin Frau Hügle und Konrektor Hr. Hokenmaier erläuterten die Rahmenbedingungen. 1975 wurde die Realschule als 1. Bauabschnitt im Schulzentrum Glemsaue errichtet.  Ständiger Sanierungsbedarf begleitet alle Gebäude, die „in die Jahre“ gekommen sind. Für die Weiterentwicklung der Realschule sind Räume in der erforderlicher Anzahl und Größe notwendig. Die Fraktion der Grünen unterstützt eine temporäre Aufstellung eines Klasssenraummoduls, um die aktuelle Situation etwas zu bessern.
(Doris Renninger)


Fraktion der Grünen besucht Heimerdinger Grundschule

 

Vorreiterin: Die „Familiäre Schule im Grünen“ Heimerdingen bietet seit 2014-15 die Ganztagsschule in Wahlform an. Als Ditzinger Pilotschule sollte sie zeigen, wie eine Ganztagsschule bis 15:30 Uhr an vier Tagen (oder wahlweise fünf: mit Freitag) laufen kann, ohne dass Kinder und Eltern große Umbrüche erleben müssen. Angekommen bei bestem Wetter in der Pause, wurden wir von spielenden Schülern sofort als „Fremde auf dem Schulgelände“ identifiziert. Wie in der Erdmännchenkolonie huschten die „Wächter“ ins Rektorat und meldeten uns. Freundlich empfing uns dann die Schulleiterin, Frau Allerborn, mit den Elternvertretern, Herrn Widmaier und Frau Kindermann. Im Gespräch wurde deutlich, dass die Betreuung bis 13:15 Uhr (bisherige Kernzeitbetreuung) neben der Ganztagesbetreuung weiterhin genutzt wird. Der Dienstag ist weiterhin ein Tag mit Nachmittagsunterricht in Heimerdingen. Die klare Struktur mit den jeweiligen Betreuungskräften als Ansprechpartner für die Kinder zeigen die Bedeutung der Verlässlichkeit für die Entwicklung der Kinder. Die Eltern schätzen dies in Heimerdingen, und so bekam die neue Form der Ganztagesschule bei einer ausführlichen Befragung durchweg positive Noten. Dies wird sicher zu steigenden Anmeldezahlen in Zukunft führen. Von der notwendigen, geplanten Ausbaustufe mit den vom Gemeinderat genehmigten Planungsmitteln konnten wir uns beim anschließenden Rundgang durch das Gebäude ebenfalls überzeugen. Ganztagesschule im Grundschulalter bedeutet, neben den Räumen für den Schul- und Sportunterricht auch Platz zum ruhigen Spielen und zum Ausruhen zu haben. Der im letzten Jahr neu eingerichtete Werkraum soll allen Kindern Gelegenheit geben, handwerkliche Kompetenzen zu erwerben. Auch Kinder mit anderen Muttersprachen als Deutsch finden hier hervorragende Bedingungen. Ohne viel Aufsehen bekommen sie gezielte Förderung im Spracherwerb. Dann war es Zeit fürs Mittagessen: Die Mensa ist provisorisch im Flur untergebracht – gerade hier machte sich sehr wohltuend die Disziplin der Kinder bemerkbar, die in zwei Schichten zum Essen kommen. Außerdem diskutierten wir über die Anzahl der Betreuungskräfte, angesichts der geplanten Übergangslösung im benachbarten Sportheim des TSV Heimerdingen. Bei „Unterrichtsende“ konnten wir die Erkenntnis mitnehmen: Wenn man sich eine Grundschule malen dürfte, käme die Grundschule Heimerdingen diesem Bild sehr nahe! (Doris Renninger)

 

 

Doris Renninger, Ulrich Steller, Ulrike Sautter mit Rektorin Ulrike Allerborn und Elternsprecher Oliver Widmaier (v. l.)   Foto: Grüne Ditzingen      



 


Gute Nachricht für die Kommunen:

Der Ausbau der Schulsozialarbeit schreitet voran.
Landkreis Ludwigsburg erhält rund 1,116 Millionen Euro für die Schulsozialarbeit!


Die Landtagsabgeordneten Daniel Renkonen (Grüne) und Thomas Reusch-Frey (SPD) freuen sich über den erfolgreichen Ausbau der Schulsozialarbeit im Landkreis Ludwigsburg: „Die grün-rote Landesregierung setzt mit der Förderung der Schulsozialarbeit seit 2012 ein klares Signal für mehr Bildungsgerechtigkeit. Die Zahl der geförderten Schulsozialarbeiter wächst stetig, dass zeigt das der Wunsch nach Anlaufstellen für die Schülerinnen und Schüler groß ist.“

Insgesamt wurden für das Schuljahr 2013/2014 bisher fast 19 Millionen Euro für 1.807 Voll- und Teilzeitstellen bewilligt. Dies entspricht rund 1.133 Vollzeitstellen über das gesamte Schuljahr berechnet. Gegenüber dem letzten Schuljahr ist die Zahl der durch das Land geförderten Stellen damit nochmals um 13 Prozent gestiegen. Für den Landkreis Ludwigsburg werden in diesem Schuljahr über 1,1 Millionen Euro an Fördermitteln bewilligt – damit erhält der Landkreis die höchste Mittelzuwendung in Baden-Württemberg. Davon entfallen auf 25 Schulen im Wahlkreis Bietigheim-Bissingen Zuwendungen in Höhe von über 367.000 Euro. Die Anzahl der geförderten Stellen im Landkreis Ludwigsburg liegt bei rund 67 Vollkraftstellen.

Von der Förderung profitieren vor allem Grundschulen sowie Werkrealschulen und Hauptschulen, aber auch Realschulen, Gemeinschaftsschulen, Gymnasien und berufliche Schulen werden unterstützt.

„Die hohe Nachfrage der Schulen und Schulträger bestätigt, dass wir mit der Festschreibung der Landesförderung für die Schulsozialarbeit Schulen gezielt unterstützen, um den Bildungserfolg von Schülerinnen und Schüler zu verbessern. In den Schulen treten regelmäßig Probleme des sozialen Miteinanders auf, die Lehrkräfte nicht alleine nicht lösen können. Wir korrigieren hier einen Fehler der schwarz-gelben Vorgängerregierung, die sich seit 2005 beharrlich weigerte, Schulen in diesem Feld zu unterstützen“, so die Landtagsabgeordneten Daniel Renkonen und Thomas Reusch-Frey.


Kontaktdaten für Fragen:
www.facebook.com/DanielRenkonen
www.facebook.com/ThomasReuschFrey
Daniel.Renkonen@gruene.landtag-bw.de
Thomas.Reusch-Frey@spd.landtag-bw.de
Daniel Renkonen & Thomas Reusch-Frey
Mitglieder des Landtags von Baden-Württemberg



Stellungnahme zu einem Leserbrief im Ditzinger Anzeiger

 

GLEMSAUE – Naturreservat oder Platz für Schulentwicklung?

 

Aufgrund eines Leserbriefes im letzten Ditzinger Anzeiger (Nr. 9) fühle ich mich verpflichtet einige Fakten und Ausführungen richtig zu stellen. Ich schätze  kommunales Engagement und bin und war stets zu einer Aussprache bereit, die jetzt leider schriftlich ausgetragen werden muss.

Es freut mich, dass auch bei Ihnen mein Motiv des Einklangs ankam. Dieser Einklang soll zwischen Umweltschutz und wichtigen gesellschaftlichen Themen, wie Wirtschaft, Gerechtigkeit und in diesem Falle Bildung bestehen. Konkret bedeutet dies, dass wir von der Grünen Liste nicht unterstützen können, dass eine Schulsporthalle an einen Ort gebaut wird an dem sie nicht gebraucht wird. Der gefasste Gemeinderatsbeschluss sieht vor, dass zukünftig die beiden Ditzinger Grundschulen im Schulzentrum Glemsaue zusammen mit der Realschule untergebracht werden. Auch wenn wir dem nicht zustimmten, sehen wir uns trotzdem in der Pflicht die neue Situation so förderlich und pädagogisch sinnvoll wie nur möglich zu gestalten. Dazu gehört, dass den Grundschülern eine Sporthalle in Schulnähe zur Verfügung steht, die auch für den Grundschulsport ausgerichtet ist und nicht die Größe und Höhe der bereits bestehenden Halle aufweist. Der kurze Weg zur Sporthalle führt zu einem längeren Sportunterricht, der nicht durch weite Wege verspätet angefangen und verfrüht beendet muss, weil die Schüler sonst zu spät zur nächsten Unterrichtsstunde kommen. Wir alle wissen wie wichtig es ist schon im Kindesalter das Bewusstsein für sportliche Ertüchtigung zu entwickeln, damit der körperliche Ausgleich nicht zu kurz kommt. Um bestmögliche Voraussetzungen dafür zu schaffen haben wir uns für diese Variante entschieden. Das hat nichts mit „schwarzem Peter“ zu tun, hier wird versucht auf die situativen Gegebenheiten so einzugehen, dass es pädagogisch sinnvoll ist. Ob Bildung dabei neu definiert werden muss, wie Sie anmerken, liegt leider nicht in unserem Aufgabengebiet, das ist Ländersache. Sie fragen sich nun sicherlich wo hierbei der Einklang besteht. Uns liegt die Glemsaue als Naherholungsgebiet und Rückzugsstätte sehr am Herzen. Aber mindestens genauso liegen uns die Schüler am Herzen. Da befinden wir uns an einem Punkt an dem schwierige Entscheidungen getroffen werden müssen und wichtige Themenfelder miteinander kollidieren: Umweltschutz und Bildung. Nach langer Abwägung sind wir aber zu dem Entschluss gekommen, dass dies der einzige Standort ist, an dem eine neue Schulsporthalle Sinn ergibt. Wir reden hierbei über das früher bereits bebaute Gebiet direkt an der Gröninger Straße, welches während des Hochwassers nicht überschwemmt war und auch um einiges höher liegt als die bereits bestehende Sporthalle. Auch die während des Hochwassers geschossenen Luftbilder bezeugen, dass auf dem Gelände kein Wasser stand. Es geht hier also um eine Fläche, die bereits bebaut und versiegelt war und die nicht hochwassergefährdet ist und sich direkt an der Straße befindet, sodass die Glemsaue so gut wie nicht in ihrer Aufgabe als Naherholungsgebiet eingeschränkt wird. Kommen wir zur Nutzung der zukünftigen zweiten Halle in der Glemsaue. Wie bereits erwähnt handelt es sich um eine Sporthalle, in der Schulsport betrieben wird. Und aufgrund dieses Bedarfes wird die Halle primär gebaut. Dass die Halle abends noch von Abteilungen des TSF benutzt wird, wie es auch in der ehemaligen Halle in der Gartenstraße der Fall war, steht außer Frage. Aber primärer Grund des Baus der neuen Halle ist und bleibt der Schulsport. Der Standort spielt für die Mitglieder des TSF sicherlich eine untergeordnete Rolle, für die zukünftigen Grundschüler jedoch ist der Standort äußerst wichtig. Die neue Halle wird keine Zuschauerränge bekommen und ist von den Ausmaßen her auch um einiges kleiner als die bereits bestehende. Dies bedeutet, dass sie für Wettkämpfe sowie Veranstaltungen nicht ausgelegt ist und das auch nicht forciert wird – dafür haben wir die bestehende Halle. Der Angst der Anwohner vor einer Doppelbelastung von Sportveranstaltungen am Wochenende wird also explizit entgegengewirkt. Gleichzeitig wurde ein neues Verkehrskonzept in die Wege geleitet, das eine Besserung der verkehrlichen Verhältnisse in der Gröninger Straße schaffen soll.

Wir verstehen die Bedenken der Anwohner der Gröninger Straße. Aber neben diesen Bedenken stehen die Bedürfnisse unserer zukünftigen Schüler, denen wir beste Voraussetzungen für Ihren Bildungsweg schaffen wollen. Dafür beißen wir in den sauren Apfel und versiegeln eine Fläche die bereits versiegelt war, sich direkt an der Straße befindet und das Naherholungsgebiet Glemsaue tangiert. Einklang entsteht aus Abwägung verschiedener Möglichkeiten. Dass wir von den Grünen unsere Themen über die Ökologie hinaus erweitert haben, macht uns solche Entscheidungen nicht leichter. Es liegt uns aber am Herzen, allen gesellschaftlichen und politischen Anforderungen gerecht zu werden.

Shammi Singh


 

Grundschüler haben keine Lobby 

 

Der 1. Schultag! Für jeden von uns ein Ereignis, an das wir uns gerne erinnern. Ist doch die Grundschulzeit oft prägend für den weiteren Schulverlauf.  Wie wird der 1. Schultag in Zukunft für die Ditzinger Schüler  aussehen? Werden  Sie weiterhin in einer Grundschule unterrichtet werden, die ihren Bedürfnissen entspricht? Oder werden sie der höheren Schulpolitik weichen und sich begnügen müssen mit dem, was übrig bleibt beim lustigen  „Reise nach den neuen Schulort- Spiel“- welcher Stuhl bleibt übrig? 

 

In Ditzingen wurden in den letzten Jahrzehnten  die Schulbauten  ständig erweitert. Immer mehr Schüler  mussten in allen Schularten untergebracht werden.  Dieser Trend ist vorbei, die Schülerzahlen gehen zurück und zum ersten Mal befasste sich der Gemeinderat mit der Frage, ob es sinnvoll sei, alle Schulgebäude, die in Unterhalt und Sanierung sehr teuer sind, weiter zu unterhalten. Einig war man sich, dass in Zukunft eine Grundschule für die Kernstadt ausreicht. Nur welche oder wohin mit der Grundschule? Die ersten Planungen sahen vor, einen kompletten Neubau in der Glemsaue zu erstellen und wurden spätestens nach dem verheerenden Hochwasser im Juli letzten Jahres verworfen.  Die Konrad-Kocher-Schule? Eine Protestkarawane setzte sich am heißesten Tag des Jahres in Bewegung, um am Rathaus angekommen  dem Oberbürgermeister Herrn Makurath und der damaligen Kultusministerin der CDU zu zeigen, dass diese Randlage zu lange Schulwege für den Westen der Stadt mit sich bringt. Also doch die Wilhelmschule?  Bisher war diese Variante durch zu hohe Kosten aufgefallen. Es wurde eine Lebenskostenanalyse in Auftrag gegeben, die belegte, dass ein Neubau sich auf lange Sicht doch rechnen würde. Die Rechnung ohne die amtierenden Schulleiter und Schulleiterinnen hatte aber der gemacht, der nun erwartete, dass diese ein positives Zeugnis für den Neubau Wilhelmschule ausstellen würden. Nach den Sommerferien präsentierten sie ein pädagogisches Konzept, in dem die Grundschule im Schulzentrum Glemsaue untergebracht und die Realschule oder das Gymnasium wahlweise auf den grünen Hügel der Konrad-Kocher-Schule verbannt wurde.  Händeringend erbarmte sich der Gemeinderat und stimmte dieser Lösung zu. Das Gymnasium wechselt in die Konrad-Kocher-Schule und die Realschule bleibt im Schulzentrum. Begründet wurde dies mit dem neuen Konzept des Kultusministeriums, das als neuen Schultyp die Gemeinschaftsschule propagiert. In einer Gemeinschaftsschule sind die Schultypen aufgelöst, die Schüler lernen im Klassenverband und werden nach ihrer individuellen Situation gefördert. Nach diesem Konzept ist es unserer Meinung gerade falsch die Jahrgänge  Realschule und Gymnasium in eigenen Schulen unterzubringen.  Für die Gemeinschaftsschulen soll in einer weiteren Stufe  auch die Möglichkeit des Abschlusses Abitur gegeben sein. Der Unterricht wird dann mit Lehrern des Gymnasiums abgedeckt. Wo geht so ein Modell besser zu verwirklichen wenn nicht in einem gemeinsamen Gebäude? Zunächst soll die Gemeinschaftsschule mit Modellschulen auf den Weg gebracht werden, da eine flächendeckende Einführung  viel zu teuer wäre. Unsere Theodor-Heuglin-Schule in Hirschlanden ist ein Kandidat für so ein Projekt. Sicher werden sich Schüler aus den Stadtteilen für diese Schule mit der neuen Ausrichtung entscheiden, statt in die Realschule nach Ditzingen fahren zu müssen. Sicher werden auch Schüler aus Heimerdingen als Alternative zum Ditzinger Gymnasium in der Konrad-Kocher-Schule (oder auch bei Verbleib in der Glemsaue) das Gymnasium Korntal wählen, da es ab nächstes Jahr im Halb-Stunden-Takt der Strohgäubahn mit funkelnagelneuen Regioshuttles angefahren werden wird. Diese Schülerbewegungen sind unserer Meinung nach viel zu wenig beachtet worden.  Das Schulzentrum wird deshalb nicht so stark mit zunehmenden Schülerzahlen zu kämpfen haben wie bisher angenommen.  Ein funktionierender Schulverbund zwischen Gymnasium und Realschule wird auseinander gerissen und ein Teil des Jahrganges wird zwar nicht in die Wüste geschickt, sondern am Stadtrand kurz vor der Autobahn in einer eigenen Schule separiert.  Wie die Anbindung mit den bisher gemeinsamen Schulbussen funktionieren soll, ist noch nicht präsentiert worden. Die Chance für die Grundschüler eine neue Schule zu bauen, die den Erfordernissen der nächsten Generation gerecht wird, ist vertan worden. Man denke nur an die Ganztagesbetreuung oder die von der EU geforderte Einbindung von Kindern mit körperlichen oder geistigen handicaps (Inklusion) . So werden wohl in Zukunft die Ditzinger ihre Grundschüler in einem Schulzentrum einschulen, dass als Schule für Schüler ab der 5. Klasse konzipiert wurde. Oder sollen wir uns unserem Ministerpräsidenten anschließen, der in einem Interview erwähnte, dass er noch an Wunder glaubt?

 

Für die Fraktion GRÜNE LISTE DITZINGEN e.V.

Doris Renninger