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Mehrweg statt Einweg

Nicht erst seit der Corona-Pandemie sind Lieferservice und Speisen zum Mitnehmen zu einem selbstverständlichen Bestandteil unserer Lebenskultur geworden. In den letzten Monaten führte der Wunsch, sich selbst schnell und unkompliziert mit Essen zu versorgen und dabei gleichzeitig auch die lokalen Gaststätten zu unterstützen, zu einer intensiven Nutzung von Take-Away-Speisen und Getränken. Dieses Konsumverhalten führte jedoch leider auch zu deutlich mehr Müll. Doch auch zukünftig werden Speisen und Getränke zum Mitnehmen ein wichtiger Bestandteil in Gastronomiebetrieben bleiben. Die dadurch entstehenden erheblichen Mengen Verpackungsmüll könnten durch den Einsatz eines Mehrwegsystems deutlich reduziert werden.

 

Wie kann ein solches Mehrwegsystem aussehen? Die Kundschaft bekommt ihre Speisen und Getränke in einer wiederverwendbaren Verpackung ausgegeben, in der Regel gegen eine Pfandgebühr. Beim nächsten Besuch wird diese Verpackung dann wieder zurückgegeben und man erhält bei Bedarf eine neue. Eine spontane, verpackungsfreie Nutzung von To-Go-Angeboten, ohne ein Behältnis dabei zu haben, ist so jederzeit möglich. Wenn mehrere Gastrobetriebe dasselbe System verwenden, steigt zugleich die Anzahl der Stellen, an denen die Behältnisse wieder abgeben werden können. Unser Vorschlag ist, dass die Gemeinde die ortsansässige Gastronomie und den Einzelhandel mit Essensausgabe bei der Einführung eines Pfandsystems für nachhaltige Mehrwegboxen fördert. Dies kann ein wertvoller Beitrag zum Klimaschutz durch Einsparung von Ressourcen werden. Deshalb haben wir einen Antrag gestellt, dass die Stadt alle Gastronomen bei der Einführung eines Pfandsystems für nachhaltige Mehrwegboxen der Marke „Local to go“ mit einem einmaligen Betrag unterstützt. Aktuell kooperiert die Firma „Local to go“ mit der Gemeinde Brackenheim, Marbach am Neckar, Asperg, Steinheim an der Murr. In Besigheim, Bönnigheim und Lauffen am Neckar steht man vor der Entscheidung. Ditzingen befände sich in einem guten regionalen Verbund, bei welchem ein Austausch auch zwischen den Kommunen möglich ist. Wir denken, dass mit diesem System sowohl den Kunden als auch den teilnehmenden Betrieben eine einfache und kostengünstige Lösung für eine umweltschonende Alternative zu Einwegverpackungen geboten wird und möchten dies gerne unterstützen.

Doris Renninger (25. 05. 2021)


Mehr Platz an der Glems

Kein Zweifel: Die neu gestaltete Fläche zwischen Glemsstraße und Schlossmühle war vom Start weg eine Attraktion. Sie lockt bei fast jedem Wetter zahlreiche Familien und überhaupt Menschen an, die Entspannung im Freien suchen. Ein Ort wie dieser ist nicht nur zu Viruszeiten wichtig, sondern immer wichtiger in einem städtischen Umfeld, das dichter und dichter zusammenwächst. Insbesondere Kinder freuen sich über die Wasserrinne und die Spielgeräte ebenso wie über den Auslauf – und sie nehmen ganz selbstverständlich mit munterem Treiben die gesamte Fläche in ihren Besitz. Genau da wird es nun politisch. Denn nach dem Mehrheitsbeschluss von 2019 im Gemeinderat sollte ja die Querverbindung samt einigen Parkplätzen für den Autoverkehr offen bleiben. Die Stadtverwaltung hat jetzt – angesichts der überwältigenden Resonanz bei Groß und Klein – vorgeschlagen, den Platz geschlossen und autofrei zu lassen. Die gepflasterte Fläche wäre für Veranstaltungen willkommen; hier könnten beispielsweise Food Trucks Station machen, wenn das einmal wieder möglich ist.

Doch der Freude über den neuen Platz stehen auch negative Auswirkungen gegenüber. Darauf haben die Anwohner nachdrücklich hingewiesen und Bedenken wegen der Verkehrssituation an der Engstelle Glemsstraße / Breslauer Straße angemeldet. Die grüne Fraktion nimmt diese Einwände sehr ernst. Wir halten den neuen Platz an der Glems aber für so wertvoll, dass sich die Suche nach konstruktiven Lösungen lohnt. Deshalb haben wir einen Zusatzantrag gestellt: Die Verwaltung soll die Verkehrssituation, insbesondere die Stadtbusroute 624 prüfen und geeignete Maßnahmen entwickeln. Bis zur Klärung allerdings, dafür haben wir uns eingesetzt, bleibt der Platz autofrei. Nach intensiver Diskussion fand unser Vorschlag im Gremium die Zustimmung einer breiten Mehrheit. Die Entscheidung über die Öffnung ist somit vertagt. Wir hoffen auf einen gelingenden Kompromiss – und auf eine städteplanerische Gestaltung, die allen gerecht wird: durch ein Stück modernes, lebenswertes Ditzingen mit Aufenthaltsqualität für Bürgerinnen und Bürger sowie für alle, die Ditzingen besuchen. Denn der neue Platz stellt eine Chance dar, wie wir sie in unserer Stadt nicht oft bekommen.

Ulrich Steller (21. 05. 2021)


Download der Haushaltsrede 2019 zum Haushaltentwurf 2020


Grüne Holzkreuze

Überall an den Landstraßen sind neuerdings Holzkreuze zu sehen, auch hier bei uns in Ditzingen. Sie sind ein Zeichen des Protests der Bauern. Worin genau der Protest besteht, war zeitweise unklar. Nun aber liegt ein Antrag von drei Bauernverbänden vor, der über diesen Protest Aufschluss gibt: LBV, BLHV und LVEO haben beim Landtag den Volksantrag „Gemeinsam unsere Umwelt schützen in Baden-Württemberg“ eingereicht. Im Volksantrag der Bauernverbände steht gleich unter 1., wie sie sich vorstellen, die Umwelt zu schützen: Es sollen Anreize geschaffen werden, die dazu geeignet sind, die Artenvielfalt zu fördern. In der Begründung hierzu heißt es: „Die seit Jahren kontinuierlich steigende Bereitschaft der Landwirtschaft, freiwillige Umwelt- und Naturschutzmaßnahmen umzusetzen, belegen den Erfolg des kooperativen Umweltschutzes als zentrales Element einer Biodiversitätsstrategie.“ Von einem „Erfolg des kooperativen Umweltschutzes“ zu sprechen, ist angesichts der alarmierenden Zustände mindestens gewagt. Dass die Lage sehr ernst ist, belegen zahlreiche Studien, die natürlich auch die Ursachen beleuchten: Laut Bericht des Weltbiodiversitätsrats (IPBES) sind eine Million Arten in den kommenden Jahren und Jahrzehnten vom Aussterben bedroht. Als wichtigsten Faktor des Artensterbens benennt der Bericht die Auswirkungen durch die Landwirtschaft. Dies ist eine von vielen Studien, die es bereits gibt und die alle zu diesem Ergebnis kommen.

Aber die Landwirtschaft will partout nicht den schwarzen Peter bei sich sehen und fordert daher in ihrem Antrag unter 4. die Landesregierung auf, in den Forschungseinrichtungen des Landes die Ursachen des Artenschwundes und geeignete Gegenmaßnahmen auswerten zu lassen. Ist das wirklich noch nötig? Und ist es zielführend, wenn an mehreren Stellen des Antrags auf mögliche andere Verursacher hingewiesen wird?

Auch wenn die Bauern nicht die alleinige Schuld am Artensterben trifft, steckt gerade in der Landwirtschaft unbestritten großes Potential, diesem entgegenzuwirken. Dabei haben die von den Bauernverbänden gepriesenen freiwilligen Umwelt- und Naturschutzmaßnahmen bisher leider keinen durchschlagenden Erfolg gezeigt. Es muss jetzt mehr getan werden. Anreiz-Beitrag-Systeme sind langfristig zwar erfolgreicher, aber keine schnelle Lösung. Vor allem, wenn von Berlin und Brüssel falsche Anreize ausgehen, indem immer noch Masse und Fläche anstatt Umweltverträglichkeit gefördert werden. Daher mag es richtig sein, jetzt regulativ einzugreifen, aber dann bitte umfassend. Die Fördermittel müssen dabei genauso auf den Tisch wie die Verbraucherseite. Denn an dieser Stelle haben die Bauernverbände vollkommen recht: Es führt zu einem ruinösen Preisverfall, einen deutlich höheren Anteil ökologischer Landwirtschaft festzulegen, ohne dabei die Nachfrage im Blick zu haben. Auf ein sich freiwillig deutlich verändertes Nachfrageverhalten braucht niemand zu hoffen. Deshalb müsste für Handel, Restaurants, Kantinen etc. ebenfalls ein entsprechender Anteil ökologischer Lebensmittel vorgeschrieben werden. Ein bürokratischer Mammutakt. Aber wenn die Bauern zu mehr Bioprodukten verpflichtet werden sollen, muss man sich schon überlegen, wer diese zu welchen Preisen kaufen wird. Der Kampf zwischen konventioneller und ökologischer Landwirtschaft ließe sich auch beenden, indem 100 % ökologischer Landbau vorgeschrieben würde. Aber reichen dann die landwirtschaftlichen Erträge aus, um 80 Mio. Menschen zu ernähren? Aktuell haben wir eine Überproduktion an Lebensmitteln und essen mehr Fleisch als gut für uns wäre. Vielleicht kann es klappen, wenn auf dem Großteil der Fläche, auf der heute Tierfutter wächst, Gemüse angebaut würde. Feststeht nur, dass es fünf vor zwölf ist und niemand auf Dauer einfach so weitermachen kann wie bisher. Wir Verbraucher nicht und auch die Bauern nicht.

Claudia Halici, 25. 10. 2019

 

 


Bauen, Wohnen, Leben

Die alten Ägypter setzten Zeichen: Gewaltige Bauten für die Ewigkeit sollten alle Sterblichen beeindrucken – zu einer Zeit, als städtische Verdichtung noch kein Thema war am Nil. Auch in Ditzingen, so scheint es, erfreuen sich massive Bauformen der Marke „Quader & Co.“ einer zunehmenden Beliebtheit. Warum? Wohin steuert die Ditzinger Stadtentwicklung? Klar ist, wir brauchen Wohnraum; außerdem wollen wir „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“. Dazu stehen auch wir Grünen. Wir fordern aber erstens, über all dem Bauen nicht die Ökologie zu vergessen – grüne Fassade ist zu wenig. Zweitens finden wir wichtig, dass Bauwerke ein menschliches Maß wahren. Denn die Qualität der Gestaltung bestimmt den Wohn- und Lebenswert wesentlich mit. Monotone und allzu wuchtige Formen dagegen mindern diesen Wert; Höhe und Größe allein schaffen keine Urbanität, sondern nehmen die Luft zu Atmen. Gute Gegenbeispiele gibt es durchaus, etwa das im Bau befindliche BayWa-Areal in Ludwigsburg – soweit erkennbar mit gewollt urbanen, kompakten, aber dennoch aufgelockerten und gegliederten Strukturen. Das sollte auch bei uns gelingen: Gerade im Zuge der Verdichtung muss ansprechende, abwechslungsreiche Architektur das städtische Wohnklima aufwerten. Daher hat die grüne Fraktion in der letzten Gemeinderatssitzung beantragt, bei stadtplanerischen Leitlinien auf missverständliche Formulierungen zu verzichten. Wir brauchen keine „städtebauliche Dominante“ oder „klare Gebäudegeometrien“ – sprich Quader – , sondern ein einladendes Quartier, eine attraktive architektonische Gestaltung. Der Änderungsantrag fand im Gremium eine große Mehrheit. Was in diesem Fall für das Areal vor dem Fuchsbau festgehalten wurde, werden wir auch für weitere Projekte fordern: Verdichtung ja. Verklotzung nein.  

Ulrich Steller, 19. 02. 2019    



Haushaltsrede 2018 der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen Ditzingen zum Downloaden


Brücke für Fußgänger über die Bahn – Projekt geht in die nächste Runde

In dieser Sitzungsrunde wird das Paket festgezurrt – wie kann die Brücke endgültig aussehen? Sicher ist: Sie wird für Fußgänger und rücksichtsvolle Radfahrer eine schnelle Verbindung vom Zentralen Omnibusbahnhof zu den S-Bahn-Gleisen und zum Industriegebiet (Dornierstraße) eröffnen. Die ursprünglich geplante Rampe von der Brücke zum Bahnsteig ist aus Sicherheitsgründen nicht realisierbar. Stattdessen sollen einzelne Stufen mit Keilen die Schräge etwas entschärfen. In den Treppenaufgang auf der Stadtseite können Fahrräder abgestellt werden.

Die Planung der neuen Brücke ist Teil des Sanierungsgebiets „Ditzinger Bahnhof“, für das die Stadt jetzt einen Zuschuss von 1,2 Millionen Euro erhält. Das Land Baden-Württemberg hat diese Fördersumme soeben freigegeben – das freut unseren Landtagsabgeordneten Dr. Markus Rösler: „Vor dem Hintergrund des demografischen, sozialen und ökologischen Wandels werden integrierte Stadtentwicklungskonzepte immer wichtiger.“

Doris Renninger, 04. 04. 2017


Entwicklungsgebiet

Hell, aber kahl: Der Bahnhofsvorplatz ist freigeräumt für die nächste Phase der Sanierung. Viel Gehölz und mehrere große Bäume sind dem Bauvorhaben plangemäß zum Opfer gefallen, darunter die markante Pappel bei der Kreuzung Stuttgarter und Gerlinger Straße. Drei weitere Bäume warten noch darauf, verpflanzt zu werden. Das Ergebnis der Rodung ist aufschlussreich, ja ein wenig erschreckend. So viel Natur, die vorher selbstverständlich gewesen ist, fehlt hier plötzlich. Wie wertvoll sie war, macht uns gerade der Unterschied bewusst. Geht diese Modernisierung in eine positive Richtung? Unterm Strich: Trotz allem, ja. Der neue Bahnhof wird als Verkehrsknoten nach allen Richtungen besser angebunden. Wir schaffen insgesamt günstigere Bedingungen, nicht zuletzt für Radfahrer und Fußgänger. Wir gewinnen Geschäftsflächen.

Daher trägt die Fraktion der Grünen die Entwicklung des Bahnhofsareals mit, obwohl wir uns einige Elemente anders gewünscht hätten. Jetzt kommt alles darauf an, dass hier in der Mitte ein lebendiger, einladender Stadtplatz entsteht. Er braucht viel neues Grün, als – mindestens! – Ersatz für das Verlorene. Die Entwurfsplanung ist immerhin schon auf einem guten Weg. Wir Grüne werden uns dafür einsetzen, dass alles ausgeschöpft wird, um den städtischen Raum naturnah und lebenswert zu gestalten. Nur dann hat sich das Modernisieren gelohnt.

Ulrich Steller, 24. 02. 2017


Bahn frei für die Kugeln

Bahn frei für die Kugeln

Ein gelungener Wurf, eine neue Attraktion: Beim Musikerheim entsteht die erste Boulebahn der Kernstadt. Wir Grünen freuen uns sehr, dass die Stadt unsere Anregung aufgegriffen und der Gemeinderat die Mittel bewilligt hat. Ein besonderer Dank geht an Herrn Martin Walter vom Grünordnungsamt, der mit viel Elan die Realisierung vorangetrieben hat.


Jetzt geht es los:
Wir freuen uns auf das gemeinsame Absanden

am Samstag, 11. Juni 2016 um 14:00 Uhr
beim Musikerheim


Das Gelände ist bis dahin vorbereitet und eingefasst. Der Bauhof liefert Sand und Schaufeln. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind herzlich willkommen, symbolisch die Bahn zu ebnen. Für Erfrischungen sorgt die Stadt. Als grüner Ortsverband stellen wir ein Set Kugeln bereit, das man künftig im Musikerheim nebenan kostenlos ausleihen kann. Viel Spaß beim Spielen!

Ulrich Steller (02. 06. 2016)


Weiterentwicklung der Realschule

Guter Unterricht braucht gute Räume

Die Schullandschaft ändert sich schneller als die Beschlussgremien mithalten können. Die Gemeinschaftsschule an der Theodor-Heuglin-Schule ist im Aufbau und wird in die aktive „Bauphase“ übergehen. Die Realschule in der Glemsaue bietet mit der neuen Versetzungsordnung und den neuen Bildungsplänen die Möglichkeit, die Schule mit dem Hauptschul- oder dem Realschulabschluss zu beenden. Diese Entscheidung kann schon in den unteren Klassen getroffen werden, da die Schüler in verschiedenen Niveaustufen unterrichtet werden.
Attraktiv war die Realschule in der Glemsaue schon immer- das Thema „Wanderklassen“ ist kein neues. Immer überstieg die Anzahl der Klassen die Anzahl der Klassenzimmerräume. Bietet sie neben dem Kunst- und Theaterprofil seit einigen Jahren noch die Bläserklasse als zusätzliche musikalische Grundbildung an. Eine Besonderheit im Schulzentrum ist die unterschiedliche Größe der Klassenräume. Bei Klassengrößen von 30 Schülern sind manche Räume zu klein, dies muss bei der Stundenplaneinteilung berücksichtigt werden. Die Schule entwickelt sich ständig weiter und es bedarf zusätzlicher Angebote für den Ganztagesbedarf. Die Planung eines Versammlungsraumes (Kubus)  zwischen Sporthalle und Schulzentrum für das gesamte Schulzentrum wurde vor einigen Jahren  wegen zu hoher Kosten verworfen. Der Bedarf ist aber noch immer vorhanden. Zum neuen Schuljahr 2016/2017 gab es einen deutlichen Anstieg der Anmeldezahlen in Klasse 5. Dies nahm die Fraktion Bündnis90/Die Grünen zum Anlass, sich die aktuelle Situation in der Realschule anzusehen. Rektorin Frau Hügle und Konrektor Hr. Hokenmaier erläuterten die Rahmenbedingungen. 1975 wurde die Realschule als 1. Bauabschnitt im Schulzentrum Glemsaue errichtet.  Ständiger Sanierungsbedarf begleitet alle Gebäude, die „in die Jahre“ gekommen sind. Für die Weiterentwicklung der Realschule sind Räume in der erforderlicher Anzahl und Größe notwendig. Die Fraktion der Grünen unterstützt eine temporäre Aufstellung eines Klasssenraummoduls, um die aktuelle Situation etwas zu bessern.
(Doris Renninger)



 


Gute Nachricht für die Kommunen:

Der Ausbau der Schulsozialarbeit schreitet voran.
Landkreis Ludwigsburg erhält rund 1,116 Millionen Euro für die Schulsozialarbeit!


Die Landtagsabgeordneten Daniel Renkonen (Grüne) und Thomas Reusch-Frey (SPD) freuen sich über den erfolgreichen Ausbau der Schulsozialarbeit im Landkreis Ludwigsburg: „Die grün-rote Landesregierung setzt mit der Förderung der Schulsozialarbeit seit 2012 ein klares Signal für mehr Bildungsgerechtigkeit. Die Zahl der geförderten Schulsozialarbeiter wächst stetig, dass zeigt das der Wunsch nach Anlaufstellen für die Schülerinnen und Schüler groß ist.“

Insgesamt wurden für das Schuljahr 2013/2014 bisher fast 19 Millionen Euro für 1.807 Voll- und Teilzeitstellen bewilligt. Dies entspricht rund 1.133 Vollzeitstellen über das gesamte Schuljahr berechnet. Gegenüber dem letzten Schuljahr ist die Zahl der durch das Land geförderten Stellen damit nochmals um 13 Prozent gestiegen. Für den Landkreis Ludwigsburg werden in diesem Schuljahr über 1,1 Millionen Euro an Fördermitteln bewilligt – damit erhält der Landkreis die höchste Mittelzuwendung in Baden-Württemberg. Davon entfallen auf 25 Schulen im Wahlkreis Bietigheim-Bissingen Zuwendungen in Höhe von über 367.000 Euro. Die Anzahl der geförderten Stellen im Landkreis Ludwigsburg liegt bei rund 67 Vollkraftstellen.

Von der Förderung profitieren vor allem Grundschulen sowie Werkrealschulen und Hauptschulen, aber auch Realschulen, Gemeinschaftsschulen, Gymnasien und berufliche Schulen werden unterstützt.

„Die hohe Nachfrage der Schulen und Schulträger bestätigt, dass wir mit der Festschreibung der Landesförderung für die Schulsozialarbeit Schulen gezielt unterstützen, um den Bildungserfolg von Schülerinnen und Schüler zu verbessern. In den Schulen treten regelmäßig Probleme des sozialen Miteinanders auf, die Lehrkräfte nicht alleine nicht lösen können. Wir korrigieren hier einen Fehler der schwarz-gelben Vorgängerregierung, die sich seit 2005 beharrlich weigerte, Schulen in diesem Feld zu unterstützen“, so die Landtagsabgeordneten Daniel Renkonen und Thomas Reusch-Frey.


Kontaktdaten für Fragen:
www.facebook.com/DanielRenkonen
www.facebook.com/ThomasReuschFrey
Daniel.Renkonen@gruene.landtag-bw.de
Thomas.Reusch-Frey@spd.landtag-bw.de
Daniel Renkonen & Thomas Reusch-Frey
Mitglieder des Landtags von Baden-Württemberg


Stellungnahme zu einem Leserbrief im Ditzinger Anzeiger

 

GLEMSAUE – Naturreservat oder Platz für Schulentwicklung?

 

Aufgrund eines Leserbriefes im letzten Ditzinger Anzeiger (Nr. 9) fühle ich mich verpflichtet einige Fakten und Ausführungen richtig zu stellen. Ich schätze  kommunales Engagement und bin und war stets zu einer Aussprache bereit, die jetzt leider schriftlich ausgetragen werden muss.

Es freut mich, dass auch bei Ihnen mein Motiv des Einklangs ankam. Dieser Einklang soll zwischen Umweltschutz und wichtigen gesellschaftlichen Themen, wie Wirtschaft, Gerechtigkeit und in diesem Falle Bildung bestehen. Konkret bedeutet dies, dass wir von der Grünen Liste nicht unterstützen können, dass eine Schulsporthalle an einen Ort gebaut wird an dem sie nicht gebraucht wird. Der gefasste Gemeinderatsbeschluss sieht vor, dass zukünftig die beiden Ditzinger Grundschulen im Schulzentrum Glemsaue zusammen mit der Realschule untergebracht werden. Auch wenn wir dem nicht zustimmten, sehen wir uns trotzdem in der Pflicht die neue Situation so förderlich und pädagogisch sinnvoll wie nur möglich zu gestalten. Dazu gehört, dass den Grundschülern eine Sporthalle in Schulnähe zur Verfügung steht, die auch für den Grundschulsport ausgerichtet ist und nicht die Größe und Höhe der bereits bestehenden Halle aufweist. Der kurze Weg zur Sporthalle führt zu einem längeren Sportunterricht, der nicht durch weite Wege verspätet angefangen und verfrüht beendet muss, weil die Schüler sonst zu spät zur nächsten Unterrichtsstunde kommen. Wir alle wissen wie wichtig es ist schon im Kindesalter das Bewusstsein für sportliche Ertüchtigung zu entwickeln, damit der körperliche Ausgleich nicht zu kurz kommt. Um bestmögliche Voraussetzungen dafür zu schaffen haben wir uns für diese Variante entschieden. Das hat nichts mit „schwarzem Peter“ zu tun, hier wird versucht auf die situativen Gegebenheiten so einzugehen, dass es pädagogisch sinnvoll ist. Ob Bildung dabei neu definiert werden muss, wie Sie anmerken, liegt leider nicht in unserem Aufgabengebiet, das ist Ländersache. Sie fragen sich nun sicherlich wo hierbei der Einklang besteht. Uns liegt die Glemsaue als Naherholungsgebiet und Rückzugsstätte sehr am Herzen. Aber mindestens genauso liegen uns die Schüler am Herzen. Da befinden wir uns an einem Punkt an dem schwierige Entscheidungen getroffen werden müssen und wichtige Themenfelder miteinander kollidieren: Umweltschutz und Bildung. Nach langer Abwägung sind wir aber zu dem Entschluss gekommen, dass dies der einzige Standort ist, an dem eine neue Schulsporthalle Sinn ergibt. Wir reden hierbei über das früher bereits bebaute Gebiet direkt an der Gröninger Straße, welches während des Hochwassers nicht überschwemmt war und auch um einiges höher liegt als die bereits bestehende Sporthalle. Auch die während des Hochwassers geschossenen Luftbilder bezeugen, dass auf dem Gelände kein Wasser stand. Es geht hier also um eine Fläche, die bereits bebaut und versiegelt war und die nicht hochwassergefährdet ist und sich direkt an der Straße befindet, sodass die Glemsaue so gut wie nicht in ihrer Aufgabe als Naherholungsgebiet eingeschränkt wird. Kommen wir zur Nutzung der zukünftigen zweiten Halle in der Glemsaue. Wie bereits erwähnt handelt es sich um eine Sporthalle, in der Schulsport betrieben wird. Und aufgrund dieses Bedarfes wird die Halle primär gebaut. Dass die Halle abends noch von Abteilungen des TSF benutzt wird, wie es auch in der ehemaligen Halle in der Gartenstraße der Fall war, steht außer Frage. Aber primärer Grund des Baus der neuen Halle ist und bleibt der Schulsport. Der Standort spielt für die Mitglieder des TSF sicherlich eine untergeordnete Rolle, für die zukünftigen Grundschüler jedoch ist der Standort äußerst wichtig. Die neue Halle wird keine Zuschauerränge bekommen und ist von den Ausmaßen her auch um einiges kleiner als die bereits bestehende. Dies bedeutet, dass sie für Wettkämpfe sowie Veranstaltungen nicht ausgelegt ist und das auch nicht forciert wird – dafür haben wir die bestehende Halle. Der Angst der Anwohner vor einer Doppelbelastung von Sportveranstaltungen am Wochenende wird also explizit entgegengewirkt. Gleichzeitig wurde ein neues Verkehrskonzept in die Wege geleitet, das eine Besserung der verkehrlichen Verhältnisse in der Gröninger Straße schaffen soll.

Wir verstehen die Bedenken der Anwohner der Gröninger Straße. Aber neben diesen Bedenken stehen die Bedürfnisse unserer zukünftigen Schüler, denen wir beste Voraussetzungen für Ihren Bildungsweg schaffen wollen. Dafür beißen wir in den sauren Apfel und versiegeln eine Fläche die bereits versiegelt war, sich direkt an der Straße befindet und das Naherholungsgebiet Glemsaue tangiert. Einklang entsteht aus Abwägung verschiedener Möglichkeiten. Dass wir von den Grünen unsere Themen über die Ökologie hinaus erweitert haben, macht uns solche Entscheidungen nicht leichter. Es liegt uns aber am Herzen, allen gesellschaftlichen und politischen Anforderungen gerecht zu werden.

Shammi Singh


 

Grundschüler haben keine Lobby 

 

Der 1. Schultag! Für jeden von uns ein Ereignis, an das wir uns gerne erinnern. Ist doch die Grundschulzeit oft prägend für den weiteren Schulverlauf.  Wie wird der 1. Schultag in Zukunft für die Ditzinger Schüler  aussehen? Werden  Sie weiterhin in einer Grundschule unterrichtet werden, die ihren Bedürfnissen entspricht? Oder werden sie der höheren Schulpolitik weichen und sich begnügen müssen mit dem, was übrig bleibt beim lustigen  „Reise nach den neuen Schulort- Spiel“- welcher Stuhl bleibt übrig? 

 

In Ditzingen wurden in den letzten Jahrzehnten  die Schulbauten  ständig erweitert. Immer mehr Schüler  mussten in allen Schularten untergebracht werden.  Dieser Trend ist vorbei, die Schülerzahlen gehen zurück und zum ersten Mal befasste sich der Gemeinderat mit der Frage, ob es sinnvoll sei, alle Schulgebäude, die in Unterhalt und Sanierung sehr teuer sind, weiter zu unterhalten. Einig war man sich, dass in Zukunft eine Grundschule für die Kernstadt ausreicht. Nur welche oder wohin mit der Grundschule? Die ersten Planungen sahen vor, einen kompletten Neubau in der Glemsaue zu erstellen und wurden spätestens nach dem verheerenden Hochwasser im Juli letzten Jahres verworfen.  Die Konrad-Kocher-Schule? Eine Protestkarawane setzte sich am heißesten Tag des Jahres in Bewegung, um am Rathaus angekommen  dem Oberbürgermeister Herrn Makurath und der damaligen Kultusministerin der CDU zu zeigen, dass diese Randlage zu lange Schulwege für den Westen der Stadt mit sich bringt. Also doch die Wilhelmschule?  Bisher war diese Variante durch zu hohe Kosten aufgefallen. Es wurde eine Lebenskostenanalyse in Auftrag gegeben, die belegte, dass ein Neubau sich auf lange Sicht doch rechnen würde. Die Rechnung ohne die amtierenden Schulleiter und Schulleiterinnen hatte aber der gemacht, der nun erwartete, dass diese ein positives Zeugnis für den Neubau Wilhelmschule ausstellen würden. Nach den Sommerferien präsentierten sie ein pädagogisches Konzept, in dem die Grundschule im Schulzentrum Glemsaue untergebracht und die Realschule oder das Gymnasium wahlweise auf den grünen Hügel der Konrad-Kocher-Schule verbannt wurde.  Händeringend erbarmte sich der Gemeinderat und stimmte dieser Lösung zu. Das Gymnasium wechselt in die Konrad-Kocher-Schule und die Realschule bleibt im Schulzentrum. Begründet wurde dies mit dem neuen Konzept des Kultusministeriums, das als neuen Schultyp die Gemeinschaftsschule propagiert. In einer Gemeinschaftsschule sind die Schultypen aufgelöst, die Schüler lernen im Klassenverband und werden nach ihrer individuellen Situation gefördert. Nach diesem Konzept ist es unserer Meinung gerade falsch die Jahrgänge  Realschule und Gymnasium in eigenen Schulen unterzubringen.  Für die Gemeinschaftsschulen soll in einer weiteren Stufe  auch die Möglichkeit des Abschlusses Abitur gegeben sein. Der Unterricht wird dann mit Lehrern des Gymnasiums abgedeckt. Wo geht so ein Modell besser zu verwirklichen wenn nicht in einem gemeinsamen Gebäude? Zunächst soll die Gemeinschaftsschule mit Modellschulen auf den Weg gebracht werden, da eine flächendeckende Einführung  viel zu teuer wäre. Unsere Theodor-Heuglin-Schule in Hirschlanden ist ein Kandidat für so ein Projekt. Sicher werden sich Schüler aus den Stadtteilen für diese Schule mit der neuen Ausrichtung entscheiden, statt in die Realschule nach Ditzingen fahren zu müssen. Sicher werden auch Schüler aus Heimerdingen als Alternative zum Ditzinger Gymnasium in der Konrad-Kocher-Schule (oder auch bei Verbleib in der Glemsaue) das Gymnasium Korntal wählen, da es ab nächstes Jahr im Halb-Stunden-Takt der Strohgäubahn mit funkelnagelneuen Regioshuttles angefahren werden wird. Diese Schülerbewegungen sind unserer Meinung nach viel zu wenig beachtet worden.  Das Schulzentrum wird deshalb nicht so stark mit zunehmenden Schülerzahlen zu kämpfen haben wie bisher angenommen.  Ein funktionierender Schulverbund zwischen Gymnasium und Realschule wird auseinander gerissen und ein Teil des Jahrganges wird zwar nicht in die Wüste geschickt, sondern am Stadtrand kurz vor der Autobahn in einer eigenen Schule separiert.  Wie die Anbindung mit den bisher gemeinsamen Schulbussen funktionieren soll, ist noch nicht präsentiert worden. Die Chance für die Grundschüler eine neue Schule zu bauen, die den Erfordernissen der nächsten Generation gerecht wird, ist vertan worden. Man denke nur an die Ganztagesbetreuung oder die von der EU geforderte Einbindung von Kindern mit körperlichen oder geistigen handicaps (Inklusion) . So werden wohl in Zukunft die Ditzinger ihre Grundschüler in einem Schulzentrum einschulen, dass als Schule für Schüler ab der 5. Klasse konzipiert wurde. Oder sollen wir uns unserem Ministerpräsidenten anschließen, der in einem Interview erwähnte, dass er noch an Wunder glaubt?

 

Für die Fraktion GRÜNE LISTE DITZINGEN e.V.

Doris Renninger

 


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